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STAUB
Kennst du den Weg aus grauer Steppeneinsamkeit? Kein Ziel. Kein Steg, der dir die Richtung zeigt.
Die Sehnsucht nur ist Schwester dir, Der Traum dein stummer Bruder. Du lebst im Jenseits nicht und nicht im Hier! Wer ist dein Steuer, wer dein Ruder?
Leer die Gesichter deiner Zeit; Umgeben du von teilnahmslosen Blick. Kein Lieben, Hassen macht sich breit. Wann starb dein Gott, dein Quentchen Glück?
Der Teufel selbst, er achtet deiner nicht. Er spuckt dich aus, weil Blei in Deinen Adern fließt. Die Hand reicht Dir kein Engel, noch der Bösewicht. Kein Strahl der Sonne sich wärmend über deine Seele gießt.
Kennst du den Weg aus dieser Einsamkeit des Herzens. So ist des Kosmos Plan dein Eigen. Der Sterne Bahn, der Kreis von Mond und Sonne. Auch sie sind Ausdruck nicht des Liebens, Schmerzens. Denn seelenlos ist der Gestirne Reigen Und sie bewegt nicht Zorn, nicht heil’ge Wonne.
Es gibt kein Ziel, kein Anfang und kein Ende. Unendlich ist der Welten Lauf. Du Staubkorn bist nicht einmal Legende. Schon mit dem Kommen hört dein Leben auf.
Staub oder Sandkorn oder nur ein Hauch im Wind. Klag nicht über Einsamkeit und Kälte! Auch du bis ungeliebter Götter Kind. Du bist’s der sich sein Los erwählte.
© 18.02.1988 Roland Friese
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