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DER NARR
So nach und nach ward es mir klar, Wie lasterhaft mein Leben war. Zum Teufel mit der ganzen Schar An Sünden und an Freveln gar! In Demut büße ich fürwahr und opfere auf dem Altar, Was mir einst lieb und teuer war. Und endlich – aller Übel bar – Bin ich ein reiner Mensch sogar. Doch schliesslich wird es offenbar: Jetzt bin ich erst ein richt’ger Narr. Mein Leben zieht nun Jahr für Jahr Freudlos dahin und sonderbar Mein schütteres und weisses Haar, Das die Entbehrung mir gebar, Die Menschheit hält’s für den Talar Der Weisheit, was nicht recht, nicht wahr. Denn ich bin wirklich nur ein Narr.
© Roland Friese
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